Wir erleben derzeit eine selten dagewesene Situation: die Zinsen sind unglaublich niedrig – fast bei null, und dieses Umfeld wird wohl noch einige Jahre so andauern. Viele Versicherer und Pensionskassen haben erhebliche Probleme, ihren garantierten Zins oder gar eine Überschussbeteiligung zu erwirtschaften. Auf der anderen Seite sind die Immobilienmärkte „heißgelaufen“. Ist hier noch der richtige Zeitpunkt für einen Einstieg? Ist eine klassische Versicherung als Geldanlage noch eine Alternative? Wo gibt es überhaupt noch Rendite? Lesen Sie unseren Anlagenvergleich.

Kauf einer vermieteten Immobilie als Geldanlage?

Kein Grundsatz der Geldanlage wird so intensiv und eindringlich gepredigt wie der Grundsatz der „Diversifikation“. Als Vermögensberater verbringen wir bei der Gestaltung von Portfolios viel Zeit damit, die verschiedenen Anlageklassen sachgerecht aufzuteilen, um diesem Grundsatz am besten zu genügen.

Beim Kauf einer Immobilie werden solche Grundsätze kurzerhand außer Acht gelassen und einfach ignoriert. Schnell ist mal ein Betrag von 400.000,- bis 600.000,- EUR in ein sogenanntes Zinshaus als Kapitalanlage investiert. Das Wort „Klumpenrisiko“ ist hier wohl genau richtig, vor allem dann, wenn das Vermögen des betroffenen Anlegers vielleicht nicht mehr als 2 Mio. EUR ausmacht und dies die einzige Immobilie ist. Es wird ein viel zu hoher Teil des Gesamtvermögens in nur eine Anlage gesteckt.

Laut einer Studie von Feri-Euro-Rating liegen die Renditen für Wohnimmobilien in den Top-5-Metropolen Deutschlands inzwischen bei nur noch 4 %. Gemeint ist die Bruttorendite. Es sind also Erwerbsnebenkosten, nicht umlagefähige Nebenkosten und andere Faktoren abzuziehen. Die Nettorendite liegt danach bei 2 – 3%, was also nicht einmal die Kapitalkosten oder die Inflation deckt. Die Wirklichkeit ist häufig noch viel enttäuschender: Leerstände im Mietobjekt, dreiste Mieter, Nichtdurchsetzbarkeit von Mieterhöhungen und ein sich verschlechternder Standortfaktor – also eine schlechter werdende Lage. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) hat festgestellt, dass 60 % der privaten Immobilienbesitzer eine Rendite von weniger als 2 % erzielen.

Fazit: Wer aus Angst vor der Eurokrise und einer möglicherweise drohenden Inflation ein solches Investment eingeht, bei dem noch nicht einmal der Nettoertrag die Inflationsrate deckt, handelt wenig rational. Es ist eine gefühlsgeleitete Investition zu einer Zeit, in der die Immobilienpreise auf einem Allzeithoch sind. Einen schlechteren Zeitpunkt kann es nicht geben: teure Immobilie, Klumpenrisiko, keine Flexibilität, keine Rendite, hohe Erwerbsnebenkosten. Eine Immobilie ist eben „immobil“.

Kapitallebensversicherungen als beliebte Geldanlage?

Des Deutschen liebstes Kind ist nach wie vor die Kapitallebensversicherung. Dies liegt vor allem daran, dass findige Versicherungsvermittler nach wie vor gerne diese Anlagen verkaufen, denn die Provisionen kommen direkt auf einen Schlag und sind reichlich hoch. Für Anleger ergeben sich viele Jahre mit hohen monatlichen Einzahlungen und dann einer sehr großen Enttäuschung bei der Auszahlung der Lebensversicherung zur Rente: die Verzinsung war äußerst bescheiden, und der Auszahlungsbetrag ist weit unter den Erwartungen des Anlegers. Gerne wird eine Rendite von 4,6 % kommuniziert. Die Realität liegt bei 0,86 % des eingezahlten Kapitals.

Um nicht in den Verdacht der pauschalen Versicherungsschelte zu geraten, zitieren wir hier gerne die FAZ vom 5.2.2013:

„Kommuniziert wird von der Branche aber gern eine andere Zahl: Inklusive aller übrigen Gewinnanteile verzinsen die Versicherer Verträge derzeit im Schnitt mit 4,60 Prozent. Das klingt in Zeiten des Niedrigzinses gar nicht mal so schlecht, aber: Das bezieht sich nur auf den Sparanteil. Also auf den Betrag, der nach Abzug aller Kosten auf dem Versichertenkonto landet. Bei Lebens- und Rentenpolicen sind das rund 80 je 100 Euro. Berechnet man die Rendite auf alle eingezahlten Beiträge, kommen bei einem 25 Jahre laufenden Vertrag magere 0,86 Prozent Rendite heraus. „Bei kürzerer Laufzeit sind auch negative Renditen möglich“, sagt die Ratingagentur Assekurata. Zieht man noch die Inflation ab, ergibt sich derzeit nicht einmal ein Kapitalerhalt. Das Wort Rendite mag da mancher Kritiker gar nicht mehr in den Mund nehmen.“

Nur circa 80 % der eingezahlten Beiträge werden auch tatsächlich angelegt. Der Rest sind die Kosten des Versicherungsschutzes, die Kosten der Gesellschaften und Provisionen.

Fazit: Der Anlagenvergleich zeigt: Diese Anlageform ist ein echtes Auslaufmodell, denn viele Versicherer haben bei der Anlage des Kundenvermögens in der Vergangenheit ziemlich schlecht gewirtschaftet.

Breit diversifiziertes Investmentfonds Portfolio?

Eine dritte und von uns favorisierte Lösung ist die Investition des Vermögens in ein breit gestreutes und global diversifiziertes Portfolio von Aktien, Anleihen, Rohstoffen und alternativen Anlagen. Mittels Investmentfonds sind Anleger in der Lage, in ein Portfolio von über 2000 Einzelwerten zu investieren und so wirklich zu streuen. Also keine Klumpenrisiken dafür aber ein professioneller Manager, der sich um das Vermögen kümmert. Ein solches Portfolio bietet auch einen besseren Inflationsschutz als Immobilien, denn Aktiengesellschaften können die Preise ihrer Produkte anheben, Vermieter die Mieten aber nur schwer.

Auch sind Investmentfonds rechtlich betrachtet „Sondervermögen“, also insolvenzsicher. Die von vielen Anlegern unerwünschte hohe Schwankung von einzelnen Aktieninvestments wird durch den Fondsgedanken und die Streuung in weitere Anlageklassen reduziert.

Zudem sind die Ankaufskosten im Vergleich zu Immobilien und Versicherungen deutlich niedriger. Der Arbeitsaufwand, sein Fondsdepot zu beobachten, ist deutlich niedriger, als sich um seine Immobilie zu kümmern. Ein weiterer wichtiger Aspekt gegenüber Versicherungsanlagen ist, dass wir für Sie ein Fondsportfolio deutlich flexibler gestalten können, als es eine Versicherung darf. Die Anlagerichtlinien bei Versicherungen sind häufig so starr, dass sinnvolle Anlageideen gar nicht umgesetzt werden können. Zudem sind die historischen Aktien- und Anleiherenditen deutlich höher als die der Versicherer, auch wenn dies keine Garantie für die Zukunft ist.

Zum Schluss noch ein weiterer Vorteil: Ein Fondsportfolio ist täglich verfügbar und kann jederzeit verkauft werden. Eine Versicherung hingegen ist in der Regel nur mit erheblichen Kosten und Renditeeinbußen auflösbar. Der Verkauf einer Immobilie bei einem kurzfristigen Kapitalbedarf ist noch schwieriger.

Fazit: Was spricht dagegen, sein Geld professionell anzulegen? Aus unserer Sicht nichts. Die Akzeptanz einer moderaten Schwankung kann die Chance auf ordentliche Renditen über einen Mehrjahreszeitraum deutlich erhöhen. Keine der vorgestellten anderen Anlageformen erreicht die Flexibilität eines Fondsportfolios. Das hat der Anlagenvergleich gezeigt. Auch monatliche Sparraten sind jederzeit möglich.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie Interesse an einem Beratungsgespräch haben!