Fondsselektion und die detaillierte Analyse von Investmentfonds ist eine wichtige Voraussetzung für den Anlageerfolg unserer Kunden. Eine Anlagestrategie muss maßgeschneidert sein und zum jeweiligen Kunden passen. Hierfür ist auch die Auswahl der richtigen Produkte entscheidend. Wie lassen sich in einem Universum von rund fünfhunderttausend Investmentfonds und Vermögensanlagen weltweit die richtigen „Rosinen“ für den jeweiligen Kunden finden?

Die Fondsselektion von hervorragenden Anlagestrategien gehört zu unseren Kernaufgaben. Im Wesentlichen teilt sich unser Auswahlprozess in drei Teilbereiche:

  1. Quantitative Analysen mittels Datenbanken
  2. Prüfung von qualitativen Kriterien
  3. Das persönliche Gespräch mit dem Fondsmanager

 

  1. Quantitative Analysen mittels Datenbanken

Um aus einer Vielzahl von Fonds die richtigen auszuwählen, bedarf es mächtiger und hochwertiger Datenbanken. Wir verwenden neben einer deutschen Datenbank im Wesentlichen eine bekannte, weltweit führende Datenbank für Fondsselektion jeder Art. In dieser Datenbank ist jeder auch noch so spezielle Investmentfonds, Hedge-Funds, Pensionsfonds etc. enthalten. Zudem haben wir als einer von weltweit ca. 3.000 Nutzern Zugriff auf das Research von einer namhaften globalen Investment Bank. Volkswirtschaftliche Einschätzungen, Markt- und Aktienanalysen werden hier detailliert dargestellt. Aber auch Analysen von unabhängigen Asset Managern, wie zum Beispiel Dr. Jens Ehrhardt, finden den Weg in unser Haus.

Zunächst definieren wir bei unserer Datenbanksuche ein Suchziel: In unserem Beispiel suchen wir einen globalen Schwellenländer-Aktienfonds. Erstes Filterkriterium für die Datenbank ist also: „Aktienfonds/Schwellenländer global“; es folgen weitere Filterkriterien wie Mindestvolumen des Fonds, Vertriebszulassung in Deutschland, Mindestalter, Sharpe Ratio und weitere Merkmale, deren Aufzählung hier zu weit führen würde. Im Ergebnis erstellt die Datenbank eine Liste, in der alle Fonds enthalten sind, die alle diese genannten Kriterien erfüllen. Im Ergebnis erhalten wir eine kleine Auswahl von historisch interessanten Fonds.

Diese Auswertung kann ein erster Anhaltspunkt sein, mit einigen dieser Fondsgesellschaften Kontakt aufzunehmen, um nähere Informationen zu dem jeweiligen Fonds anzufordern und erste Gespräche zu führen. Sie sagt aber noch nichts darüber aus, welche Qualität der Fondsmanager hat und auch nicht, ob diese für die Vergangenheit erfolgreichen Fonds auch künftig noch brauchbar sind. Hierfür müssen noch die Schritte 2 und 3 absolviert werden.

  1. Prüfung von qualitativen Kriterien

Nachdem wir mit der Fondsgesellschaft in Kontakt getreten sind, sei es ein neuer Kontakt oder eine Gesellschaft, mit der wir seit Jahren zusammenarbeiten, erhalten wir interne und detaillierte Informationen zu dem betreffenden Investmentfonds. So erhalten wir in unserem hier besprochenen Beispiel für den Schwellenländerfonds „Magellan“ eine ca. 60-seitige Studie, die den Investmentprozess, das Management und die aktuelle Vermögensverteilung genau beschreibt. Es erfolgt eine Analyse durch uns, wie die Vergangenheitserfolge überhaupt zustande gekommen sind. War es Glück? War es nur ein „Währungseffekt“? Wie genau hat sich das Management in der letzten Krise verhalten? Wieso hat der Fonds in genau diesem Zeitraum weniger verloren als andere?

Warum im konkreten Beispiel ist der „Magellan“-Fonds in steigenden Märkten eher im oberen Mittelfeld unterwegs und dafür aber in fallenden Märkten deutlich besser als seine Mitbewerber und häufig Spitzenreiter? Ohne hier zu weit ausholen zu wollen: es liegt an der konkreten Aktienauswahl und der Qualität der Titel – keine Bankaktien, eher krisenresistente Unternehmen mit überlegenem Geschäftsmodell, unangefochtene Marktführer, weniger zyklische Aktien, um nur einige Aspekte zu nennen.

Nach eingehender qualitativer Analyse und einigen Gesprächen mit den jeweiligen Produktspezialisten der Fondsgesellschaft vereinbaren wir ein persönliches Gespräch mit dem Fondsmanager.

  1. Das persönliche Gespräch mit dem Fondsmanager

Das persönliche Gespräch mit dem jeweiligen Fondsmanager ist für uns ein unverzichtbares Kriterium bei der Auswahl geeigneter Anlagestrategien. Was für eine Persönlichkeit hat dieser Manager? Welchen persönlichen Hintergrund hat er? Hat er eigenes Geld in seinem Fonds investiert? Wie sieht sein Schreibtisch aus? Wir besuchen mindestens einmal am Anfang die Manager vor Ort in ihrem Büro. Sofern spätere Treffen dann andernorts stattfinden, ist das in Ordnung. Aber wir erhalten vor Ort in London, Paris, New York, Boston oder Frankfurt in der Regel einen viel besseren Eindruck von dem Manager, sowie von der Gesellschaft. Häufig schließt sich dem Gespräch ein Gang über den „Trading Floor“ (Handelssaal) an. Ggf. finden weitere Gespräche mit anderen Fondsmanagern des Hauses statt. Häufig treffen wir uns auch mit dem jeweiligen Chefvolkswirt der Gesellschaft, um deren „Houseview“ zu den konkreten Fragen der Zeit zu verstehen. Es gab 2015 mehr als 60 vor-Ort-Termine bei Fondsmanagern.

Wir stellen Fragen zur familiären Situation des Fondsmanagers, zum persönlichen Werdegang, es werden detaillierte Lebensläufe besprochen und die wichtigen Stationen „abgeklopft“. Die Situation eines solchen Gespräches ist am ehesten mit dem eines Vorstellungsgespräches zu vergleichen, denn schließlich wirbt ein Fondsmanager darum, dass er das Geld unserer Kunden verwalten darf. Sein Ziel ist es, einen Teil unserer Kundengelder verwalten zu dürfen. Fragen zu Vergangenheitserfolgen werden ebenfalls sehr kritisch gestellt. Zentrale Punkte sind hier: Beruhte der Vergangenheitserfolg lediglich Glück bzw. der Marktentwicklung, oder ist es vielmehr den individuellen Anlageentscheidungen des Managers geschuldet, dass der Fonds so erfolgreich war? Welchen ethischen Prinzipien fühlt sich dieser Manager verpflichtet? Nur Fondsmanager, deren Erfolg belegt ist und deren Erfolg wiederholbar erscheint, kommen auf unsere „Shortlist“ und entsprechen unseren Kriterien der Fondsselektion.

Diese Liste umfasst circa hundert Fonds und wird laufend aktualisiert. Fondsmanager, die nachhaltig enttäuscht haben, werden aus der Liste wieder entfernt. Fonds, die auf dieser Liste sind, werden dazu verwendet, Kundendepots zu strukturieren. Wer es also bis hierhin geschafft hat, darf sich auch über Mittelzuflüsse durch unsere Kunden freuen.

Die Abbildung zeigt Stefan Bauer im Gespräch mit Vincent Strauß, dem Hauptfondsmanager des Magellan Fonds. Seit dem ersten Treffen vor einigen Jahren gab es viele Folgetreffen. Der Fonds gehört immer noch zu unseren ersten Empfehlungen, wenn es um die Kategorie „Schwellenländer Global“ geht.

Die Abbildung zeigt Stefan Bauer im Gespräch mit Vincent Strauß, dem Hauptfondsmanager a.D. des Magellan Fonds. Seit dem ersten Treffen vor einigen Jahren gab es viele Folgetreffen. Der Fonds gehört immer noch zu unseren ersten Empfehlungen, wenn es um die Kategorie „Schwellenländer Global“ geht.

Fazit:

Wenn gute Fonds gefunden sind, müssen sie auch zum Kunden passen. Zudem müssen die ausgewählten passenden Fonds auch ein gut gestreutes sinnvolles Portfolio ergeben, das einer bestimmten Strategie folgt. Ein bloßes „Sammelsurium“ von Fonds ergibt noch kein sinnvolles Portfolio. Ohne Strategie kein Erfolg. Entscheidend ist, langfristig die Erwartung des jeweiligen Kunden zu treffen. Und diese Erwartung kann sehr unterschiedlich sein.

Eine Börsenzeitschrift in die Hand zu nehmen und den Hitlisten-Fonds Nr. 1 auszuwählen reicht kaum, um langfristig Anlageerfolg zu erzielen und ist kein taugliches Mittel der Fondsselektion. Untersuchungen zeigen, dass die besten Fonds von gestern nur sehr selten auch die guten Fonds von morgen sind. Die meisten sind es jedenfalls nicht. Dennoch gibt es zahlreiche hervorragende Investment-Ideen, in die es sich lohnt zu investieren. Sie zu finden ist Aufgabe eines Fachmanns. Es ist ein hochspezialisiertes Geschäft. Erfahrung, Netzwerke und Know-how sind gefragt. Die neue „S-Klasse“, die bei Mercedes Benz vom Band läuft, kann man sich auch nicht selber bauen; sie ist vielmehr ein Produkt jahrzehntelanger Erfahrung, Können und Ingenieurskunst. Genauso ist das bei einer erfolgreichen Vermögensanlage.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann vereinbaren Sie einfach einen Termin mit uns.