Liebe deutsche Sparer,

sparen, sparen, sparen – seit vielen Jahrzehnten legt Ihr monatlich einen Betrag auf die Seite, unters Kopfkissen, in den Sparstrumpf oder in Anlageprodukte. Einst wart Ihr Weltmeister im Sparen. Nach den Erfahrungen im Krieg und einer Währungsreform, die Euch schlimme Opfer abverlangte, seid Ihr vorsichtig geworden. Das Sparen soll auf jeden Fall sicher sein – und Zinsen soll es bringen.

Deshalb haben Versicherungs- und Bankenunternehmen Eurem Sicherheitsbedürfnis (mehr oder weniger) entsprechende Produkte geschaffen. In einer Welt mit hohen Zinsen fiel nicht auf, wie hoch die Kosten solcher Lösungen sind – es blieb für Euch immer ein bescheidenes Ergebnis übrig.

Inzwischen sind die Zinsen bei Null bis unter Null angekommen – sichere und vermeintlich sichere Produkte bringen keine Zinsen mehr. Euch dämmert, dass so ein Vermögen zwar nominal aufgebaut werden kann, aber real gar keine Vermögensbildung stattfindet. Jedes Jahr knabbert die Inflation an Euren zinslosen Anlagen, und ganz tief im Hinterkopf ist allen klar, dass so die Altersvorsorge nicht in gewünschter Höhe aufgebaut werden kann.

„Die Rente ist sicher“, tönte ein Politiker vor einigen Jahren… Liebe Sparer, Ihr seid Zwangsmitglied im gesetzlichen Rentensystem, und ein erheblicher Teil Eures monatlichen Einkommens wandert in die Rentenkasse. Das Geld wird dort für Euch nicht gewinnbringend angelegt, sondern direkt an die jetzigen Rentner ausgezahlt – dies nennt man Generationenvertrag. Ein Vertrag, der faktisch aufgekündigt wurde, denn wir Deutschen haben uns entschieden, weniger Kinder zu kriegen als in der Vergangenheit. Daher müssen immer weniger Einzahler immer mehr Rentnern die Rente zahlen. Da braucht man kein Raketenwissenschaftler zu sein, um zu erkennen, dass dieses System so nicht funktioniert. Quersubventionen über Steuergelder füllen jetzt schon die Lücken. Die Rente ist sicher, aber die Höhe ist unsicher – der gesunde Menschenverstand sagt einem schon, dass heutige Einzahler nur noch mit weniger Rente rechnen dürfen, denn einfache Mathematik kann kein Politiker mit Sonntagsreden aushebeln.

Liebe Sparer, das alles ist so, wie es ist. Zwar könnt ihr mittels Wahlzettel alle vier Jahre Einfluss auf diese zukunftsfeindliche Politik nehmen, jedoch ändert es nichts mehr daran, wie wenige Menschen in den letzten 30 Jahren geboren wurden, bzw. viele nicht geboren wurden.

Es gibt nur eine Möglichkeit für Euch: nehmt Euer Schicksal und Eure Rente selbst in die Hand, investiert in Substanzwerte – nicht in Zinspapiere. Investiert in was Echtes, etwas physisch Vorhandenes. Etwas, das produktiv arbeitet, Produkte erfindet und herstellt. Etwas, auf das Ihr vielleicht stolz seid. Etwas, das flexibel auf Veränderungen reagieren kann und sich jeden Tag am Markt neu behaupten muss: Ein Unternehmen.

Ihr kauft Aspirin, einen BMW, Turnschuhe mit drei Streifen, Persil und Nivea – aber Ihr kauft nicht die, die diese fantastischen Produkte herstellen: Bayer, BMW, Adidas, Henkel und Beiersdorf. Sie schaffen Arbeitsplätze, sie schaffen Wohlstand, sie schaffen Werte. Ihr könnt Euch mittels Aktien an solchen Perlen beteiligen. Als Belohnung bekommt Ihr keine Zinsen, Ihr bekommt Dividenden (je nach Unternehmen derzeit zwischen 2 – 6 % pro Jahr). Ihr könnt diese Aktien jeden Tag wieder verkaufen. Ihr seid keine Zwangsmitglieder, die zusehen müssen, wie der Staat Euer Geld verschleudert. Ihr könnt diesen Unternehmen jederzeit Euer Vertrauen entziehen und in andere Unternehmen investieren. Unternehmen haben also ein vitales Interesse, für Euch einen guten Job zu machen, Ihr seid nämlich deren (Mit-)Eigentümer.

Der Grund, weshalb Ihr das bisher nicht getan habt, ist, weil Ihr Angst vor Aktien habt. Sie schwanken, man kann sie zum falschen Zeitpunkt kaufen, welche soll es denn sein? Sie können im schlimmsten Fall wertlos werden. Zudem reden Euch der Staat und einige Lobbyorganisationen jeden Tag ein, Ihr sollt lieber sichere Bundesanleihen von Dr. Schild (die Schildkröte aus der Werbung) kaufen. Der Staat gaukelt Euch ein behagliches Nest vor und verspricht, für Euch zu sorgen, bis Ihr das Zeitliche segnet. Lieber Leser, vor allem lieber jüngerer Leser und jüngere Leserin, der Staat ist nicht Euer Freund. Schaut Euch mal auf der Welt um, was Staaten machen. Schaut mal in die Vergangenheit, was Deutsche Staaten mit ihren Bürgern machten. Warum glaubt Ihr eigentlich, dass die Geschichte nicht weitergeht?

Eigeninitiative und Freiheit sind Eure Hebel zum Glück. Fragt nicht den Staat nach dem Weg zum Glück. Werdet auch in Gelddingen endlich erwachsen und investiert monatlich das, was Ihr Euch leisten könnt. Gut gestreut zum Beispiel über einen Fonds in Aktien. Habt einfach Geduld und hört nicht auf einzuzahlen – egal ob die Aktien steigen oder fallen. Bleibt diszipliniert. Wer dies vor 30 Jahren bereits beherzigt hat, der durfte sich über eine vortreffliche Wertentwicklung freuen (siehe Abbildung). Der Abstand zur Versicherung und zum Festgeld ist auf der Abbildung nicht so groß, aber hier sind auch noch die satten Zinsen der Vergangenheit sichtbar. Nochmal: die Zinsen wurden abgeschafft! Daher sollte man diese Werte nicht in die Zukunft projizieren. Interesse geweckt? Dann fragt doch mal jemanden, der sich auskennt…

Lieber Sparer, ich hoffe, dieser Brief hat Dich nicht gekränkt. Aber es musste einfach mal raus. Nimm es nicht persönlich.

Anlagenvergleich

Hinweis: Dieser Artikel wurde auch auf „Das Investment“ veröffentlicht:

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