Wird die Stimmung stürmisch in Europa?

Der Brexit und die aufkeimende kritische Stimmung wird im Jahr 2017 Europa beschäftigen. Vielleicht werden auch andere Länder ihren Unmut über die Politik in Brüssel per Abstimmung zum Ausdruck bringen. Die europäischen Institutionen stehen unter massivem Handlungsdruck. Leider ist kaum erkennbar, dass die Europäische Kommission den Warnschuss aus Großbritannien gehört hat. Die europakritische Stimmung lässt sich in folgendem Schaubild gut ablesen. Je niedriger der Wert, desto weniger fühlen sich die Menschen mit Europa verbunden.

Großbritannien ist nicht das europakritischste Land: „Wie sehr fühlen Sie sich der Europäischen Union zugehörig?“ (Je höher der Wert, desto enger das Zughörigkeitsgefühl; Länderabkürzungen auf Englisch)

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Die kritische Stimmung in den verschiedenen EU-Staaten lässt sich auch tiefgehender analysieren. So waren es in den letzten Jahren vor allem wirtschaftliche Themen, wie die hohe Arbeitslosigkeit in den Süd-Ländern, die drohenden Staatspleiten, die Rettungspolitik, zusammenfassend also die ökonomischen Themen, die die Menschen bewegt haben. Im letzten Jahr ist die kritische Stimmung allerdings durch zwei ganz andere Themen befeuert worden: Einwanderung und Terrorismus. Viele Menschen haben erhebliche Zweifel und sind verunsichert, dass die Einwanderungsfrage effizient und effektiv auf europäischer Ebene gelöst werden kann. Die völlig unterschiedlichen Sichtweisen zur Flüchtlingsfrage, in zum Beispiel Ungarn auf der einen Seite und Deutschland auf der anderen Seite, sprechen Bände. Eine mehr oder weniger unkontrollierte Zuwanderung in großem Ausmaß, wie sie in 2015 in Deutschland zugelassen wurde, will kein anderes EU Land.

Die Sorgen der Bürger änderten sich von wirtschaftlichen Themen hin zu Immigration und Terrorismus.

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Auch für die nächsten Wochen und Monate stehen einige Ereignisse an, die entweder die Menschen oder die Märkte bewegen. Manches, was die Gemüter bewegt, wie zum Beispiel ein erneut anschwellender Flüchtlingsstrom, dürfte die Märkte eher kalt lassen. Deutlich bewegen dürfte hingegen das anstehende Referendum in Italien und auch die Wahlen in Frankreich und Deutschland in 2017. Insbesondere dann, wenn die populistischen Kräfte stark hinzugewinnen.

Fazit: Die Welt hat sich immer schon verändert. Sie ist auch nicht mehr oder weniger gefährlich oder schrecklicher als früher. Die Vernetzung hat aber extrem zugenommen und selbst Ereignisse aus den fernsten Winkeln der Erde sind in unseren Wohnzimmern über verschiedene Medienkanäle omnipräsent. Daher sind Gelassenheit und ein klarer Standpunkt sicherlich gute Ratgeber. Solidität und ein langfristiger Blick fürs Wesentliche sind Erfolgsfaktoren für eine gute Anlagepolitik.

2017-02-08T17:42:55+00:00